Wärmenetze in den Städten ausbauen

Der Ausbau der Wärmenetze ist ein weiterer zentraler Baustein zur Senkung der CO2-Emissionen im Gebäudesektor. Schon heute ist Fernwärme fast in jeder Stadt in Deutschland anzutreffen. Über die Infrastruktur werden 14% des deutschen Wohnungsmarkts mit Wärme versorgt, bis 2030 können es bereits bis zu 30% sein. AGFW fordert daher:

Wärmelieferverordnung – Hemmnisse beseitigen: Das Mietrecht und die Wärmelieferverordnung erschweren derzeit eine Verdichtung von klimafreundlichen Wärmenetzen. Ein Perspektivwechsel der Verordnung weg von einer fossilen hin zu einer klimafreundlichen Wärmeversorgung ist notwendig.

Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) – Diskriminierung aufheben: Das neue BEG begünstigt Einzelheizungen und verhindert den Anschluss an die Fernwärme. Um ein Level-playing-field herzustellen, sollte die Bewertungs- und Förderkriterien für Fernwärme angepasst werden.

Wärmeplanung konsequent einführen – effizienten Klimaschutz ermöglichen: Wärmeplanung ist von zentraler Bedeutung für das Gelingen des Klimaschutzes in den Kommunen. Sie ist konsequent anzuwenden, umsetzungsorientiert zu konzipieren und weiter zu fördern.

Brennstoffemissionshandelsgesetz–CO2-Leakage vermeiden: Durch das Gesetz entstehen für kleine KWK-Anlagen Doppelbelastungen, die zu Wettbewerbsverzerrungen führen. Werden diese nicht kompensiert, drohen Effizienzverluste in der Wärmeerzeugung.

Den Vortrag von Herrn Matthias Lötting, Fernwärme Duisburg GmbH, am 16. AGFW-Infotag können Sie hier ansehen.

Positionen des AGFW-Vorstands

„Wenn wir jedoch für einen Vergleich der Warmmietenneutralität eine rückwärtsgewandte Betrachtung ohne CO2-Bepreisung heranziehen, führt dies zu einer Schieflage zugunsten veralteter Heiztechnik.

Dr.-Ing. Andreas Cerbe, Netz- und Technikvorstand, RheinEnergie AG

„Für die Erreichung der Klimaziele - auch aus dem europäischen Green Deal - muss auf nationaler Ebene die Kostenneutralitätsrechnung in der Wärmelieferverordnung angepasst werden.“

Helge-Uve Braun, 2. AGFW-Vizepräsident, Geschäftsführer Versorgung und Technik, Stadtwerke München GmbH

„Die gemeinsame Planung von Strom-, Wärme- und Kälteerzeugung, sowie Strom-, Wärme-, Gas- und Kältenetzen ist nur gesamtheitlich sinnvoll. Dies betrifft mindestens die gesamten nächsten 30 Jahre.“

Dr.-Ing. Götz Brühl, 1. AGFW-Vizepräsident, Geschäftsführer, Stadtwerke Rosenheim GmbH

„Der Primärenergiefaktor (PEF) von Fernwärme liegt überwiegend deutlich unter den gesetzlichen Höchstgrenzen. Der PEF wird als Förderkriterium jedoch gänzlich außer Acht gelassen - dies gilt es zu ändern.“

Jörn Otto, Geschäftsführer, Stadtwerke Weimar Stadtversorgung GmbH