Klimaziele im Gebäudesektor erreichen mit grüner Fernwärme

Ein steigender Einsatz von erneuerbaren und klimaneutralen Energien in Wärmenetzen ist ein entscheidender Baustein zum Erreichen der CO2-Ziele im Gebäudesektor. Aktuelle Studien zeigen, dass bis 2030 ein Anteil klimaneu-traler Wärmequellen von 45 % in der Fernwärme möglich ist. AGFW fordert daher:

Bundesförderung effiziente Wärmenetze (BEW) starten: Die BEW hat das Potenzial, der Integration von erneuerbaren Energien und klimaneutralen Quellen in Wärmenetzen den notwendigen Anschub zu geben. Das erfordert eine geeignete Laufzeit des Programms bis 2030 sowie eine angemessene Mittelausstattung von mindestens einer Milliarde Euro pro Jahr.

Abwärmepotenziale nicht länger verschwenden: Die Nutzung von Abwärmepotenzialen ist sinvoll und notwendig, um den Einsatz von erneuerbaren Energien zu ergänzen, zu ersetzen. Bis heute bleiben jedoch viele dieser Potenziale aufgrund mangelhafter Rahmenbedingungen ungenutzt.

Beihilfeleitlinien anpassen – Investitionen ermöglichen: Die Fördermittellandschaft muss dem Systemcharakter der Fernwärme mit adäquaten Förderhöhen/-budgets Rechnung tragen. So muss bspw. der EU-Beihilferahmen auf bis zu 100 Millionen Euro pro Unternehmen und Investitionsvorhaben angehoben werden.

Die Vorträge von Herrn Dirk Pohlmann, MVV Energie AG, und Frau Dr. Susanne Stark, Stadtwerke Düsseldorf AG, am 16. AGFW-Infotag stehen Ihnen hier und hier zur Verfügung.

Positionen des AGFW-Vorstands

„Je eher die BEW-Richtlinie in Kraft treten kann, umso mehr Mittel stehen im Interesse eines nachhaltigen Klimaschutzes für CO2-neutrale Fernwärmelösungen zur Verfügung.“

AGFW-Präsident Dr.-Ing. Hansjörg Roll, Technikvorstand, MVV Energie AG

„Wärmenetze sind das Mittel der Wahl zur Erreichung der Klimaziele in urbanen Räumen – die Politik kann ihren Willen mit stärkerem KWKG und BEW untermauern."

Dr. Maik Piehler, Geschäftsführer, Stadtwerke Leipzig GmbH

„Investitionen im Fernwärmesektor sind typischerweise hoch, entfalten aber auch eine überproportional hohe Klimawirkung in Städten. Fördermittel müssen dem Rechnung tragen.“

Christian Heine, Geschäftsführer, Wärme Hamburg GmbH

„Wichtig ist, dass die Politik das BEW schnell einführt und mit den richtigen Fördermitteln für Inbetriebnahmen bis 2030 ausstattet.“

Dr. Tanja Wielgoß, Vorstandsvorsitzende, Vattenfall Wärme Berlin AG

„Die Politik muss hierfür verlässliche und bestandskräftige Förderrahmen setzen, denn die Nutzung von Abwärme stellt in der Regel eine langfristige Partnerschaft dar.“

Andreas Gutschek, Vorstandsmitglied der Stadtwerke Duisburg und der Duisburger Verkehrsgesellschaft