Der Neustart der deutschen Wirtschaft und eine zielgerichtete Klimapolitik gehen Hand in Hand. Um die Klimaziele für 2030 und 2050 zu erreichen, müssen die CO2-Emissionen drastisch gesenkt werden. Gleichzeitig benötigt Deutschland dringend nachhaltige konjunkturelle Impulse für die Wirtschaft. Auch gilt es, die sozialen Folgen und Risiken der Pandemie weiterhin abzufedern und zu minimieren. Dieses ist mit Investitionen und Ausgaben von Bund und Ländern in der Größenordnung von mehreren Milliarden Euro in den kommenden Jahren verbunden. Werden Klimaziele, Wirtschafts- und Gesellschaftsinteressen intelligent kombiniert, so bietet die Krise eine einmalige Chance für einen grünen Neustart in Deutschland.

Erfolgversprechend sind insbesondere investive Maßnahmen in Infrastrukturen, CO2-arme Technologien und Klimaschutzlösungen im Strom-, aber auch zunehmend im Wärmesektor. Grüne Fernwärme erfüllt diese Kriterien: Denn als System ist sie besonders zukunftsfest und bietet ein hohes Maß an Flexibilität hinsichtlich integrierbarer Wärmequellen und Technologien.

Schon heute werden jährlich 54 Mio. Tonnen CO2 eingespart. Ein weiterer, konsequenter Ausbau und eine Umstellung der Fernwärme auf klimaneutrale Energieträger können zusätzliche Einsparpotenziale bis 2030 heben. Damit werden nicht nur Haushalte von Städten und Kommunen, sondern auch der Bundeshaushalt entlastet.

Darüber hinaus sind Fernwärmesysteme bereits heute Garant für Versorgungssicherheit, soziale Ausgewogenheit und Bezahlbarbarkeit. Über 6 Millionen zufriedener Kunden in vielen Städte und Kommunen in Deutschland sprechen dafür.

Unsere konkreten Forderungen finden Sie auf den folgenden Seiten.

Klimaziele im Gebäudesektor erreichen mit grüner Fernwärme

Ein stetig steigender Einsatz von erneuerbaren und klimaneutralen Energien in Wärmenetzen ist ein entscheidender Baustein zum Erreichen der CO2-Ziele in vielen Städten und Gemeinden Deutschlands im Jahr 2050 oder früher.

Wärmenetze in den Städten ausbauen

Fernwärme ist heute fast in jeder Stadt in Deutschland anzutreffen. Über die Infrastruktur werden mehr als 6 Millionen Wohnungen in Deutschland mit Wärme versorgt. Das sind 14 % des Wohnungsmarktes. Bis 2030 kann der Marktanteil auf 30 % erhöht und die Infrastruktur um weitere 40.000 km ausgebaut werden.

Versorgungssicherheit und „Efficiency First“

Die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) ist heute ein wichtiger Bestandteil der Fernwärmesysteme und ein Garant für Versorgungssicherheit, Sektorenkopplung und effiziente, CO2-arme Erzeugung in vielen Städten. Damit KWK dieser Rolle auch bis 2030 und darüber hinaus gerecht wird, muss sie weiterentwickelt und modernisiert werden.

Intelligente Sektorkopplung konsequent anwenden

WK- und Power-to-Heat-Anlagen sind im Energiesektor ein Synonym für Sektorkopplung und Versorgungssicherheit. Beides gewinnt mit den klimapolitischen Entscheidungen und Zielsetzungen, d.h. zum Ausstieg aus nuklearer und kohlebasierter sowie zum deutlichen Ausbau erneuerbarer Stromerzeugung, maßgeblich an Bedeutung. Zusätzlich negativ verstärkend wirken sich neue Lastanforderungen durch Elektromobilität und Gebäude (Wärmepumpen) auf die Versorgungssicherheit aus. Sie führen zu einem weiteren Anstieg der Strombedarfsleistung, insbesondere in den Wintermonaten. Die KWK trägt mit ihrem winterlichen Erzeugungsprofil genau zu den benötigten Verbraucherprofilen und damit zur Versorgungssicherheit bei.

Investitions- und Planungssicherheit herstellen

Investitionen in der Energiewirtschaft werden langfristig getroffen. Um einen erfolgreichen und nachhaltigen Aus- und Umbau von Fernwärme und KWK zu gewährleisten, ist es daher unerlässlich, dass für die Branche Investitions- und Planungssicherheit hergestellt wird.